Autorenlesung und Gespräch mit Svenja Leiber

Es gibt mal wieder eine Veranstaltung der Buchhandlung maKULaTUR!

Am Samstag den 2. Oktober kommt Svenja Leiber um 19 Uhr ins Haus EDEN in der Königstraße 25. Sie wird aus Ihrem Roman KAZIMIRA lesen und für Gespräche bereit stehen.

Anmeldung unter buchhandlung@makulatur.com oder 0451-70 79 971 Eintritt 8 EUR

Es gelten die gesetzlichen Corona-Bedingungen.


Samstag 2. Oktober 19 Uhr im Haus EDEN, Königstraße 25

In ihrem dritten bei Suhrkamp eben erschienenen Roman KAZIMIRA entwirft Svenja Leiber ein starkes psychogeografisches Porträt der Landschaft um Palmnicken, heute Jantarnyj, nordwestlich von Kaliningrad. Das Gelände will sich nicht schließen über dem größten Bernsteinabbaugebiet der Geschichte, einem wirtschaftlich und politisch ausgebeuteten, geschändeten Landstrich, versehrt und verwundet wie die Bevölkerung.
Das Land wellt sich und klafft über einem Missbrauch, der 1945 in dem Plan gipfelte, über 3000 Mädchen und Frauen aus den Außenlagern des KZ Stutthof in den Stollen der „Anna-Grube“ einzumauern.

Es wurde und wird aber gelebt, schlecht und auch recht vom Bernstein und in seinem Bann, und was das Geschichtsgedächtnis nicht hergibt zwischen Aufstieg, Blüte und Verfall des Bergwerks und der Region, erschließt der Roman Wende für Wende entlang der verschütteten Wege, die das Leben vor allem der Frauen bestimmen. Oder die sie verlassen wie die unbeirrbare Kazimira.
Es wird gearbeitet, geliebt, gelitten, gebacken und angerichtet, viel angerichtet; es wird ausgewandert, ausgegrenzt, denunziert, gebrandschatzt, gemordet, gestorben und immer wieder geboren.

Am Rand der „Annagrube“ türmt sich wie nebenbei der Aushub von anderthalb Jahrhunderten. Dass sich darunter bei allem Elend ein Leuchten verbirgt, fördert Svenja Leibers forschende und funkelnde Erzählkunst eindrücklich zutage.


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